Folien und Transkript
Folie 1 von 18
In diesem Abschnitt besprechen wir den Sonderfall des Umstellens von Patienten auf Xanomelin/Trospium bzw. Cobenfy.
Referenzen:
- Brian Miller, M.D., Ph.D., M.P.H.
Folie 2 von 18
Xanomelin/Trospium hat einen einzigartigen Wirkmechanismus. Cobenfy ist neu von der FDA für Erwachsene mit Schizophrenie zugelassen, jedoch ausschließlich als Monotherapie. Daher mussten die Studienteilnehmer ihre vorherige Medikation vor Beginn der Behandlung ausschleichen. Xanomelin ist ein muskarinischer M1/M4-Agonist, kombiniert mit Trospium, einem peripheren muskarinischen M1/M4-Antagonisten.
Referenzen:
- Bristol-Myers Squibb Company. (2026). Cobenfy (xanomeline and trospium chloride) capsules [Package insert]. DailyMed, U.S. National Library of Medicine. https://tinyurl.com/36tpjtey
Kostenlose Dateien
PDF und weitere Dateien herunterladen
Erfolgreich!
Sehen Sie in Ihrem Postfach nach – wir haben Ihnen alle Materialien dorthin gesendet.
Folie 3 von 18
Antihistaminika, Anticholinergika und Antipsychotika mit hoher muskarinischer Affinität – wie Clozapin und Olanzapin – können die cholinergen Nebenwirkungen von Cobenfy verstärken, darunter Mundtrockenheit, Obstipation, Harnverhalt und verschwommenes Sehen. Da einige Antipsychotika sedierend wirken, kann ein abruptes Absetzen Insomnie und Agitation auslösen.
Referenzen:
- Bristol-Myers Squibb Company. (2026). Cobenfy (xanomeline and trospium chloride) capsules [Package insert]. DailyMed, U.S. National Library of Medicine. https://tinyurl.com/36tpjtey
- Coates, A. (2026). Cobenfy (xanomeline–trospium chloride) for schizophrenia: A clinical update. Australasian Psychiatry. Advance online publication. https://doi.org/10.1177/10398562261486319
Folie 4 von 18
Welche Grenzen hat unsere Evidenz? Es gibt keine publizierten Daten zur Umstellung von Cobenfy zurück auf ein konventionelles D2-blockierendes Antipsychotikum. Weder ein Studienprotokoll noch eine Charakterisierung eines möglichen Absetzsyndrons nach Beendigung dieser Therapie liegen vor. Angesichts der früh auftretenden gastrointestinalen Abbrüche werden jedoch einige Patienten eine Rückumstellung von Cobenfy auf ein konventionelles Antipsychotikum benötigen. Kliniker müssen sich bewusst sein, dass sie dabei ohne Datenbasis navigieren.
Referenzen:
- Kaul, I., Sawchak, S., Correll, C. U., Krystal, J. H., Miller, A. C., Paul, S. M., & Brannan, S. K. (2024). Efficacy and safety of the muscarinic receptor agonist KarXT (EMERGENT-2) in schizophrenia: A randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. The Lancet, 403(10422), 160–170. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(23)02190-6
- Vadiei, N., & Crismon, M. L. (2026). Real-world effectiveness and safety of xanomeline and trospium for treatment-resistant schizophrenia in a state hospital system. Frontiers in Psychiatry, 16, Article 1736922. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2025.1736922
Kostenlose Dateien
PDF und weitere Dateien herunterladen
Erfolgreich!
Sehen Sie in Ihrem Postfach nach – wir haben Ihnen alle Materialien dorthin gesendet.
Folie 5 von 18
Eine weitere wichtige Einschränkung besteht darin, dass keine Dosisäquivalente zu D2-blockierenden Antipsychotika definierbar sind. Xanomelin blockiert keine D2-Rezeptoren. Daher kann eine Kreuztitrierung nicht anhand von Dosisumrechnungstabellen geleitet werden.
Referenzen:
- Kaul, I., Sawchak, S., Correll, C. U., Krystal, J. H., Miller, A. C., Paul, S. M., & Brannan, S. K. (2024). Efficacy and safety of the muscarinic receptor agonist KarXT (EMERGENT-2) in schizophrenia: A randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. The Lancet, 403(10422), 160–170. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(23)02190-6
- Vadiei, N., & Crismon, M. L. (2026). Real-world effectiveness and safety of xanomeline and trospium for treatment-resistant schizophrenia in a state hospital system. Frontiers in Psychiatry, 16, Article 1736922. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2025.1736922
Folie 6 von 18
Das Kreuztitrierungsprotokoll ist ein Konsenspanel-Bericht, der von Bristol Myers Squibb finanziert wurde und auf den kollektiven Erfahrungen der Panelisten mit etwa 200 mit Cobenfy behandelten Patienten basiert. Es handelt sich um Expertenmeinung und Extrapolation aus Studienprotokollen – nicht um vergleichende Dosierungsevidenz. Es ist jedoch derzeit das einzige veröffentlichte Konsensprotokoll dieser Art. Die Autoren selbst weisen darauf hin, dass ihre Empfehlungen mit angemessener Vorsicht zu interpretieren sind.
Referenzen:
- Melnick, I., Crown, E. C., Zinzuvadia, M., & Halassa, M. M. (2025). Real-world implementation of xanomeline-trospium in schizophrenia: A consensus panel report. Journal of Clinical Psychiatry, 86(4), Article hxtachi2509. https://doi.org/10.4088/JCP.hxtachi2509
Kostenlose Dateien
PDF und weitere Dateien herunterladen
Erfolgreich!
Sehen Sie in Ihrem Postfach nach – wir haben Ihnen alle Materialien dorthin gesendet.
Folie 7 von 18
Eine weitere Einschränkung betrifft den adjunktiven Einsatz von Cobenfy, also die Kombination mit anderen Dopamin-blockierenden Antipsychotika – dieser ist bislang nicht belegt. Die kürzlich durchgeführte ARISE-Studie, in der Cobenfy zu atypischen Antipsychotika hinzugefügt wurde, verfehlte ihren primären Endpunkt; bisher liegt jedoch nur eine Pressemitteilung vor, keine Publikation. Im Hinblick auf die klinische Praxis zeigt eine Fallserie aus einem texanischen staatlichen Krankenhaus mit 20 behandlungsresistenten Patienten, bei denen Cobenfy zusätzlich zu anticholinergen Antipsychotika eingesetzt wurde – 75 % dieser Patienten erhielten weiterhin Clozapin, Olanzapin oder Quetiapin –, dass 70 % Cobenfy nach einem medianen Zeitraum von 1,8 Monaten abbrachen und kein Patient eine klinisch bedeutsame Verbesserung zeigte. Diese kleine Fallserie verdeutlicht das pharmakologische Prinzip, dass eine additive anticholinerge Belastung die Wirksamkeit des Medikaments untergräbt. Daher empfiehlt sich eine sorgfältige Umstellung anstelle einer Kombination von Antipsychotika.
Referenzen:
- Vadiei, N., & Crismon, M. L. (2026). Real-world effectiveness and safety of xanomeline and trospium for treatment-resistant schizophrenia in a state hospital system. Frontiers in Psychiatry, 16, Article 1736922. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2025.1736922
- Coates, A. (2026). Cobenfy (xanomeline–trospium chloride) for schizophrenia: A clinical update. Australasian Psychiatry. Advance online publication. https://doi.org/10.1177/10398562261486319
Folie 8 von 18
Warum ist diese Umstellung besonders? Cobenfy ist die erste muskarinbasierte Therapie bei Schizophrenie – ein M1/M4-Agonist kombiniert mit einem peripheren M1/M4-Antagonisten, ohne D2-Blockade. Während der Umstellung bietet das neue Medikament daher keine dopaminerge Kreuzabdeckung. Der gesamte Rückfallschutz liegt beim Ausschleichen des bisherigen Antipsychotikums – das macht den Ausschleichplan, nicht die Auftitration des neuen Medikaments, zur sicherheitskritischen Hälfte der Umstellung. Eine klinisch begleitete Kreuztitrierung ist daher einem abrupten Absetzen des bisherigen Antipsychotikums klar vorzuziehen, da Letzteres mit Dopaminüberempfindlichkeit und Rebound-Psychose verbunden sein kann.
Referenzen:
- Melnick, I., Crown, E. C., Zinzuvadia, M., & Halassa, M. M. (2025). Real-world implementation of xanomeline-trospium in schizophrenia: A consensus panel report. Journal of Clinical Psychiatry, 86(4), Article hxtachi2509. https://doi.org/10.4088/JCP.hxtachi2509
Kostenlose Dateien
PDF und weitere Dateien herunterladen
Erfolgreich!
Sehen Sie in Ihrem Postfach nach – wir haben Ihnen alle Materialien dorthin gesendet.
Folie 9 von 18
Vor Beginn der Umstellung sollten alle Medikamente überprüft und die anticholinerge Belastung so weit wie möglich reduziert werden. So sollte beispielsweise Diphenhydramin zur Schlafförderung zugunsten eines Orexin-Rezeptor-Agonisten abgesetzt werden. Auch Biperiden sowie gegebenenfalls Blasen- oder COPD-Mittel sollten überprüft werden. Wichtig: Cobenfy ist bei Männern über 50 Jahren mit benigner Prostatahyperplasie aufgrund des Harnverhaltsrisikos möglicherweise nicht geeignet.
Referenzen:
- Melnick, I., Crown, E. C., Zinzuvadia, M., & Halassa, M. M. (2025). Real-world implementation of xanomeline-trospium in schizophrenia: A consensus panel report. Journal of Clinical Psychiatry, 86(4), Article hxtachi2509. https://doi.org/10.4088/JCP.hxtachi2509
- Bristol-Myers Squibb Company. (2026). Cobenfy (xanomeline and trospium chloride) capsules [Package insert]. DailyMed, U.S. National Library of Medicine. https://tinyurl.com/36tpjtey
Folie 10 von 18
Welche Evidenz gibt es für die Umstellung auf Cobenfy? In der EMERGENT-5-Studie, einer 52-wöchigen offenen Studie, wurden 566 stabile Erwachsene mit Schizophrenie von ihrem bisherigen Antipsychotikum auf Cobenfy-Monotherapie umgestellt. Die Symptome blieben stabil und zeigten über die 52 Wochen einen Trend zur Verbesserung. Über 80 % der Teilnehmer erlebten mindestens eine behandlungsbedingte Nebenwirkung – vorwiegend gastrointestinal und überwiegend leicht bis mittelschwer, darunter Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Mundtrockenheit und Dyspepsie. Etwa 6 % erlitten schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, und knapp die Hälfte der Teilnehmer schloss die vollständigen 52 Wochen ab.
Referenzen:
- Kaul, I., Claxton, A., Chaturvedi, S., Patel, T., Wu, H., Sawchak, S., & Sauder, C. (2026). Long-term efficacy, safety, and tolerability of xanomeline and trospium chloride in schizophrenia: A 52-week, open-label trial (EMERGENT-5). Schizophrenia Research, 288, 86–94. https://doi.org/10.1016/j.schres.2025.12.015
Kostenlose Dateien
PDF und weitere Dateien herunterladen
Erfolgreich!
Sehen Sie in Ihrem Postfach nach – wir haben Ihnen alle Materialien dorthin gesendet.
Folie 11 von 18
In der kleineren EMERGENT-4-Extensionsstudie mit 152 Patienten konzentrierten sich die Nebenwirkungen auf die ersten zwei Wochen. Kürzlich wurde auf der SIRS-Konferenz 2026 eine unveröffentlichte Phase-4-Studie im ambulanten Setting mit 105 Teilnehmern vorgestellt, die ein zwei- versus vierwöchiges Ausschleichen des oralen atypischen Antipsychotikums bei gleichzeitiger Auftitration von Cobenfy verglich – beide Strategien zeigten Symptomstabilität. Die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen betrug 3,8 % beim zweiwöchigen Ausschleichen gegenüber 1,9 % beim vierwöchigen Ausschleichen. Da es sich um eine Konferenzpräsentation und Pressemitteilung handelt, unterstützt dieser Befund die Durchführbarkeit, sollte jedoch noch nicht als gesicherte Evidenz zitiert werden.
Referenzen:
- Walling, D., Marbot, N., Shirikjian, L., Gomez, E., & White, L. (2026, March 25–29). Open-label, randomized study to assess safety and efficacy of slow and accelerated switching to xanomeline/trospium from standard of care atypical antipsychotics in participants with schizophrenia [Abstract S254]. Schizophrenia International Research Society (SIRS) 2026 Annual Congress, Florence, Italy. (No DOI available)
- Kaul, I., Claxton, A., Sauder, C., Patel, T., Chaturvedi, S., Brown, D., Zhu, H., Marcus, R., Sawchak, S., & Brannan, S. K. (2026). Long-term safety and efficacy of xanomeline and trospium chloride in schizophrenia: A 52-week open-label extension trial. American Journal of Psychiatry, 183(3), 183–192. https://doi.org/10.1176/appi.ajp.20241186
Folie 12 von 18
Wie erfolgt die Kreuztitrierung in Abhängigkeit von der Klasse des abzusetzenden Antipsychotikums? Gemäß dem Konsenspanel von 2025 wird Cobenfy am selben Tag des Klinikbesuchs mit 50/20 zweimal täglich begonnen, während das bisherige Antipsychotikum entsprechend seiner pharmakologischen Klasse ausgeschlichen wird. Die in der Tabelle dargestellten Empfehlungen zeigen die empfohlene Ausschleichstrategie für die sogenannten -pine-, -don- und -pip-Familien.
Referenzen:
- Melnick, I., Crown, E. C., Zinzuvadia, M., & Halassa, M. M. (2025). Real-world implementation of xanomeline-trospium in schizophrenia: A consensus panel report. Journal of Clinical Psychiatry, 86(4), Article hxtachi2509. https://doi.org/10.4088/JCP.hxtachi2509
Kostenlose Dateien
PDF und weitere Dateien herunterladen
Erfolgreich!
Sehen Sie in Ihrem Postfach nach – wir haben Ihnen alle Materialien dorthin gesendet.
Folie 13 von 18
Nun zur Cobenfy-Titration und praktischen Hinweisen. Im ambulanten Setting beginnen wir mit 50/20 zweimal täglich für zwei Wochen, mit einer Verlaufskontrolle am Ende von Woche 2. Bei guter Verträglichkeit kann die Dosis in Woche 3 bis 4 auf 100/20 zweimal täglich erhöht werden, und ab Woche 4 oder später – sofern klinisch indiziert – auf die Maximaldosis von 125/30 zweimal täglich. Während sich die meisten Patienten auf 100/20 oder 125/30 stabilisieren, kommen einige Patienten auch mit der Startdosis gut zurecht. Im stationären Setting kann die Eskalation auf 100/20 oder 125/30 bereits an Tag 2 oder 3 des Krankenhausaufenthalts erfolgen, ähnlich wie im EMERGENT-Studienprotokoll.
Referenzen:
- Kaul, I., Sawchak, S., Correll, C. U., Krystal, J. H., Miller, A. C., Paul, S. M., & Brannan, S. K. (2024). Efficacy and safety of the muscarinic receptor agonist KarXT (EMERGENT-2) in schizophrenia: A randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. The Lancet, 403(10422), 160–170. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(23)02190-6
- Melnick, I., Crown, E. C., Zinzuvadia, M., & Halassa, M. M. (2025). Real-world implementation of xanomeline-trospium in schizophrenia: A consensus panel report. Journal of Clinical Psychiatry, 86(4), Article hxtachi2509. https://doi.org/10.4088/JCP.hxtachi2509
Folie 14 von 18
Cobenfy sollte auf nüchternen Magen eingenommen werden, da Nahrung die Trospium-Resorption beeinträchtigt und die Wahrscheinlichkeit gastrointestinaler Nebenwirkungen erhöht. Zu Beginn der Cobenfy-Therapie kann eine 14-tägige Versorgung mit Ondansetron 4 mg mitverordnet werden, mit der Anweisung, es 30 Minuten nach der Einnahme zu nehmen, falls Symptome anhalten. Selbstverständlich sollten andere Dopaminantagonisten und Antiemetika wie Metoclopramid vermieden werden.
Referenzen:
- Bristol-Myers Squibb Company. (2026). Cobenfy (xanomeline and trospium chloride) capsules [Package insert]. DailyMed, U.S. National Library of Medicine. https://tinyurl.com/36tpjtey
- Coates, A. (2026). Cobenfy (xanomeline–trospium chloride) for schizophrenia: A clinical update. Australasian Psychiatry. Advance online publication. https://doi.org/10.1177/10398562261486319
Kostenlose Dateien
PDF und weitere Dateien herunterladen
Erfolgreich!
Sehen Sie in Ihrem Postfach nach – wir haben Ihnen alle Materialien dorthin gesendet.
Folie 15 von 18
Im Hinblick auf das Überwachungsfenster zeigt die Pharmakovigilanz nach Markteinführung, dass 87 % der unerwünschten Ereignisse innerhalb von 30 Tagen nach Beginn der Cobenfy-Therapie auftraten, mit einem medianen Beginn von knapp unter sieben Tagen. Der Kreuztitrierungszeitraum ist damit zugleich das Fenster für unerwünschte Ereignisse. Im Vergleich zu Olanzapin zeigt Cobenfy geringere Meldesignale für metabolische Störungen und extrapyramidale Symptome, jedoch höhere Signale für gastrointestinale und autonome Ereignisse. Wichtig ist dabei der Hinweis, dass diese Disproportionalitätsanalysen Meldesignale abbilden, nicht die tatsächliche Inzidenz dieser Nebenwirkungen.
Referenzen:
- Zeng, Y., Wang, X., Wu, H., Tan, X., Wang, R., Liu, Y., & Duan, J. (2026). Post-marketing safety surveillance of the novel muscarinic antipsychotic Xanomeline-Trospium for schizophrenia: A comparative disproportionality analysis against olanzapine based on FAERS data. Psychiatry Research, 364, Article 117270. https://doi.org/10.1016/j.psychres.2026.117270
Folie 16 von 18
Bei Patienten unter Erhaltungstherapie mit einem Depot-Antipsychotikum (LAI) empfiehlt das Panel, Cobenfy gleichzeitig mit dem LAI zu beginnen, anstatt das Depot abzusetzen. Wenn sich die Symptome nach Erreichen der Erhaltungsdosis von Cobenfy verbessern, kann eine Dosisreduktion des LAI im Rahmen einer gemeinsamen Entscheidungsfindung erwogen werden. Die Panelisten schätzen, dass bis zu 50 % dieser Patienten mit Cobenfy 100/20 plus einer niedrigen Dosis eines atypischen Antipsychotikums gut eingestellt sind. Mit anderen Worten: Cobenfy kann antipsychotikasparend wirken und die kumulative D2-Blockade reduzieren – was für die metabolische Belastung sowie das Risiko für extrapyramidale Symptome und Spätdyskinesien relevant ist. Diese Schätzung basiert jedoch auf der klinischen Erfahrung der Panelisten, nicht auf Studiendaten.
Referenzen:
- Melnick, I., Crown, E. C., Zinzuvadia, M., & Halassa, M. M. (2025). Real-world implementation of xanomeline-trospium in schizophrenia: A consensus panel report. Journal of Clinical Psychiatry, 86(4), Article hxtachi2509. https://doi.org/10.4088/JCP.hxtachi2509
Kostenlose Dateien
PDF und weitere Dateien herunterladen
Erfolgreich!
Sehen Sie in Ihrem Postfach nach – wir haben Ihnen alle Materialien dorthin gesendet.
Folie 17 von 18
Hier sind die wichtigsten Punkte dieses Abschnitts. Cobenfy ist eine neu zugelassene Monotherapie bei Schizophrenie mit einem einzigartigen Wirkmechanismus. Die Studien setzten jedoch voraus, dass die Teilnehmer ihr bisheriges Antipsychotikum zunächst ausschlichen. Bei der Umstellung auf Cobenfy ist eine klinisch begleitete Kreuztitrierung einem abrupten Absetzen des bisherigen Antipsychotikums klar vorzuziehen. Es gibt keine publizierten Daten zur Rückumstellung von Cobenfy auf konventionelle D2-Rezeptor-antagonisierende Antipsychotika.
Folie 18 von 18
Cobenfy sollte auf nüchternen Magen eingenommen werden, um gastrointestinale Nebenwirkungen zu reduzieren. Die anticholinerge Belastung ist bei der Behandlung mit Cobenfy besonders relevant. Bei Patienten unter einer Erhaltungsdosis eines Depot-Antipsychotikums sollte Cobenfy gleichzeitig mit dem Depot begonnen werden, anstatt das Depot abzusetzen.
Kostenlose Dateien
PDF und weitere Dateien herunterladen
Erfolgreich!
Sehen Sie in Ihrem Postfach nach – wir haben Ihnen alle Materialien dorthin gesendet.
