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08. Umstellung auf Xanomelin-Trospium: Cross-Titration nach Antipsychotikaklasse

Veröffentlicht am 30. Oktober 2026 Ablaufdatum der Zertifizierung: 30. Oktober 2029

Brian Miller, M.D., Ph.D., M.P.H.

Professor of Psychiatry - Medical College of Georgia Augusta University

Kernpunkte

  • Bei der Umstellung auf Xanomelin/Trospium (Cobenfy) empfiehlt ein Konsensgremium aus dem Jahr 2025, mit 50/20 zweimal täglich zu beginnen und gleichzeitig das bestehende Antipsychotikum klassenbasiert auszuschleichen.
  • Xanomelin-Trospium blockiert keine D2-Rezeptoren, sodass das Ausschleichen des vorherigen Antipsychotikums den gesamten Rückfallschutz trägt. Der Ausschleichplan ist der sicherheitsrelevante Schritt, nicht die Titration des neuen Medikaments.
  • Xanomelin/Trospium sollte auf nüchternen Magen eingenommen werden, um gastrointestinale Nebenwirkungen zu reduzieren. Ondansetron 4 mg kann zu Beginn für 14 Tage begleitend verordnet und bei fortbestehenden Symptomen weiter eingesetzt werden.

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Folien und Transkript

Folie 1 von 18

In diesem Abschnitt besprechen wir den Sonderfall des Umstellens von Patienten auf Xanomelin/Trospium bzw. Cobenfy.
Referenzen:
  • Brian Miller, M.D., Ph.D., M.P.H.

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Xanomelin/Trospium hat einen einzigartigen Wirkmechanismus. Cobenfy ist neu von der FDA für Erwachsene mit Schizophrenie zugelassen, jedoch ausschließlich als Monotherapie. Daher mussten die Studienteilnehmer ihre vorherige Medikation vor Beginn der Behandlung ausschleichen. Xanomelin ist ein muskarinischer M1/M4-Agonist, kombiniert mit Trospium, einem peripheren muskarinischen M1/M4-Antagonisten.
Referenzen:
  • Bristol-Myers Squibb Company. (2026). Cobenfy (xanomeline and trospium chloride) capsules [Package insert]. DailyMed, U.S. National Library of Medicine. https://tinyurl.com/36tpjtey
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Antihistaminika, Anticholinergika und Antipsychotika mit hoher muskarinischer Affinität – wie Clozapin und Olanzapin – können die cholinergen Nebenwirkungen von Cobenfy verstärken, darunter Mundtrockenheit, Obstipation, Harnverhalt und verschwommenes Sehen. Da einige Antipsychotika sedierend wirken, kann ein abruptes Absetzen Insomnie und Agitation auslösen.
Referenzen:
  • Bristol-Myers Squibb Company. (2026). Cobenfy (xanomeline and trospium chloride) capsules [Package insert]. DailyMed, U.S. National Library of Medicine. https://tinyurl.com/36tpjtey
  • Coates, A. (2026). Cobenfy (xanomeline–trospium chloride) for schizophrenia: A clinical update. Australasian Psychiatry. Advance online publication. https://doi.org/10.1177/10398562261486319

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Welche Grenzen hat unsere Evidenz? Es gibt keine publizierten Daten zur Umstellung von Cobenfy zurück auf ein konventionelles D2-blockierendes Antipsychotikum. Weder ein Studienprotokoll noch eine Charakterisierung eines möglichen Absetzsyndrons nach Beendigung dieser Therapie liegen vor. Angesichts der früh auftretenden gastrointestinalen Abbrüche werden jedoch einige Patienten eine Rückumstellung von Cobenfy auf ein konventionelles Antipsychotikum benötigen. Kliniker müssen sich bewusst sein, dass sie dabei ohne Datenbasis navigieren.
Referenzen:
  • Kaul, I., Sawchak, S., Correll, C. U., Krystal, J. H., Miller, A. C., Paul, S. M., & Brannan, S. K. (2024). Efficacy and safety of the muscarinic receptor agonist KarXT (EMERGENT-2) in schizophrenia: A randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. The Lancet, 403(10422), 160–170. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(23)02190-6
  • Vadiei, N., & Crismon, M. L. (2026). Real-world effectiveness and safety of xanomeline and trospium for treatment-resistant schizophrenia in a state hospital system. Frontiers in Psychiatry, 16, Article 1736922. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2025.1736922
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Eine weitere wichtige Einschränkung besteht darin, dass keine Dosisäquivalente zu D2-blockierenden Antipsychotika definierbar sind. Xanomelin blockiert keine D2-Rezeptoren. Daher kann eine Kreuztitrierung nicht anhand von Dosisumrechnungstabellen geleitet werden.
Referenzen:
  • Kaul, I., Sawchak, S., Correll, C. U., Krystal, J. H., Miller, A. C., Paul, S. M., & Brannan, S. K. (2024). Efficacy and safety of the muscarinic receptor agonist KarXT (EMERGENT-2) in schizophrenia: A randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. The Lancet, 403(10422), 160–170. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(23)02190-6
  • Vadiei, N., & Crismon, M. L. (2026). Real-world effectiveness and safety of xanomeline and trospium for treatment-resistant schizophrenia in a state hospital system. Frontiers in Psychiatry, 16, Article 1736922. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2025.1736922

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Das Kreuztitrierungsprotokoll ist ein Konsenspanel-Bericht, der von Bristol Myers Squibb finanziert wurde und auf den kollektiven Erfahrungen der Panelisten mit etwa 200 mit Cobenfy behandelten Patienten basiert. Es handelt sich um Expertenmeinung und Extrapolation aus Studienprotokollen – nicht um vergleichende Dosierungsevidenz. Es ist jedoch derzeit das einzige veröffentlichte Konsensprotokoll dieser Art. Die Autoren selbst weisen darauf hin, dass ihre Empfehlungen mit angemessener Vorsicht zu interpretieren sind.
Referenzen:
  • Melnick, I., Crown, E. C., Zinzuvadia, M., & Halassa, M. M. (2025). Real-world implementation of xanomeline-trospium in schizophrenia: A consensus panel report. Journal of Clinical Psychiatry, 86(4), Article hxtachi2509. https://doi.org/10.4088/JCP.hxtachi2509
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Eine weitere Einschränkung betrifft den adjunktiven Einsatz von Cobenfy, also die Kombination mit anderen Dopamin-blockierenden Antipsychotika – dieser ist bislang nicht belegt. Die kürzlich durchgeführte ARISE-Studie, in der Cobenfy zu atypischen Antipsychotika hinzugefügt wurde, verfehlte ihren primären Endpunkt; bisher liegt jedoch nur eine Pressemitteilung vor, keine Publikation. Im Hinblick auf die klinische Praxis zeigt eine Fallserie aus einem texanischen staatlichen Krankenhaus mit 20 behandlungsresistenten Patienten, bei denen Cobenfy zusätzlich zu anticholinergen Antipsychotika eingesetzt wurde – 75 % dieser Patienten erhielten weiterhin Clozapin, Olanzapin oder Quetiapin –, dass 70 % Cobenfy nach einem medianen Zeitraum von 1,8 Monaten abbrachen und kein Patient eine klinisch bedeutsame Verbesserung zeigte. Diese kleine Fallserie verdeutlicht das pharmakologische Prinzip, dass eine additive anticholinerge Belastung die Wirksamkeit des Medikaments untergräbt. Daher empfiehlt sich eine sorgfältige Umstellung anstelle einer Kombination von Antipsychotika.
Referenzen:
  • Vadiei, N., & Crismon, M. L. (2026). Real-world effectiveness and safety of xanomeline and trospium for treatment-resistant schizophrenia in a state hospital system. Frontiers in Psychiatry, 16, Article 1736922. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2025.1736922
  • Coates, A. (2026). Cobenfy (xanomeline–trospium chloride) for schizophrenia: A clinical update. Australasian Psychiatry. Advance online publication. https://doi.org/10.1177/10398562261486319

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Warum ist diese Umstellung besonders? Cobenfy ist die erste muskarinbasierte Therapie bei Schizophrenie – ein M1/M4-Agonist kombiniert mit einem peripheren M1/M4-Antagonisten, ohne D2-Blockade. Während der Umstellung bietet das neue Medikament daher keine dopaminerge Kreuzabdeckung. Der gesamte Rückfallschutz liegt beim Ausschleichen des bisherigen Antipsychotikums – das macht den Ausschleichplan, nicht die Auftitration des neuen Medikaments, zur sicherheitskritischen Hälfte der Umstellung. Eine klinisch begleitete Kreuztitrierung ist daher einem abrupten Absetzen des bisherigen Antipsychotikums klar vorzuziehen, da Letzteres mit Dopaminüberempfindlichkeit und Rebound-Psychose verbunden sein kann.
Referenzen:
  • Melnick, I., Crown, E. C., Zinzuvadia, M., & Halassa, M. M. (2025). Real-world implementation of xanomeline-trospium in schizophrenia: A consensus panel report. Journal of Clinical Psychiatry, 86(4), Article hxtachi2509. https://doi.org/10.4088/JCP.hxtachi2509
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Vor Beginn der Umstellung sollten alle Medikamente überprüft und die anticholinerge Belastung so weit wie möglich reduziert werden. So sollte beispielsweise Diphenhydramin zur Schlafförderung zugunsten eines Orexin-Rezeptor-Agonisten abgesetzt werden. Auch Biperiden sowie gegebenenfalls Blasen- oder COPD-Mittel sollten überprüft werden. Wichtig: Cobenfy ist bei Männern über 50 Jahren mit benigner Prostatahyperplasie aufgrund des Harnverhaltsrisikos möglicherweise nicht geeignet.
Referenzen:
  • Melnick, I., Crown, E. C., Zinzuvadia, M., & Halassa, M. M. (2025). Real-world implementation of xanomeline-trospium in schizophrenia: A consensus panel report. Journal of Clinical Psychiatry, 86(4), Article hxtachi2509. https://doi.org/10.4088/JCP.hxtachi2509
  • Bristol-Myers Squibb Company. (2026). Cobenfy (xanomeline and trospium chloride) capsules [Package insert]. DailyMed, U.S. National Library of Medicine. https://tinyurl.com/36tpjtey

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Welche Evidenz gibt es für die Umstellung auf Cobenfy? In der EMERGENT-5-Studie, einer 52-wöchigen offenen Studie, wurden 566 stabile Erwachsene mit Schizophrenie von ihrem bisherigen Antipsychotikum auf Cobenfy-Monotherapie umgestellt. Die Symptome blieben stabil und zeigten über die 52 Wochen einen Trend zur Verbesserung. Über 80 % der Teilnehmer erlebten mindestens eine behandlungsbedingte Nebenwirkung – vorwiegend gastrointestinal und überwiegend leicht bis mittelschwer, darunter Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Mundtrockenheit und Dyspepsie. Etwa 6 % erlitten schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, und knapp die Hälfte der Teilnehmer schloss die vollständigen 52 Wochen ab.
Referenzen:
  • Kaul, I., Claxton, A., Chaturvedi, S., Patel, T., Wu, H., Sawchak, S., & Sauder, C. (2026). Long-term efficacy, safety, and tolerability of xanomeline and trospium chloride in schizophrenia: A 52-week, open-label trial (EMERGENT-5). Schizophrenia Research, 288, 86–94. https://doi.org/10.1016/j.schres.2025.12.015
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In der kleineren EMERGENT-4-Extensionsstudie mit 152 Patienten konzentrierten sich die Nebenwirkungen auf die ersten zwei Wochen. Kürzlich wurde auf der SIRS-Konferenz 2026 eine unveröffentlichte Phase-4-Studie im ambulanten Setting mit 105 Teilnehmern vorgestellt, die ein zwei- versus vierwöchiges Ausschleichen des oralen atypischen Antipsychotikums bei gleichzeitiger Auftitration von Cobenfy verglich – beide Strategien zeigten Symptomstabilität. Die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen betrug 3,8 % beim zweiwöchigen Ausschleichen gegenüber 1,9 % beim vierwöchigen Ausschleichen. Da es sich um eine Konferenzpräsentation und Pressemitteilung handelt, unterstützt dieser Befund die Durchführbarkeit, sollte jedoch noch nicht als gesicherte Evidenz zitiert werden.
Referenzen:
  • Walling, D., Marbot, N., Shirikjian, L., Gomez, E., & White, L. (2026, March 25–29). Open-label, randomized study to assess safety and efficacy of slow and accelerated switching to xanomeline/trospium from standard of care atypical antipsychotics in participants with schizophrenia [Abstract S254]. Schizophrenia International Research Society (SIRS) 2026 Annual Congress, Florence, Italy. (No DOI available)
  • Kaul, I., Claxton, A., Sauder, C., Patel, T., Chaturvedi, S., Brown, D., Zhu, H., Marcus, R., Sawchak, S., & Brannan, S. K. (2026). Long-term safety and efficacy of xanomeline and trospium chloride in schizophrenia: A 52-week open-label extension trial. American Journal of Psychiatry, 183(3), 183–192. https://doi.org/10.1176/appi.ajp.20241186

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Wie erfolgt die Kreuztitrierung in Abhängigkeit von der Klasse des abzusetzenden Antipsychotikums? Gemäß dem Konsenspanel von 2025 wird Cobenfy am selben Tag des Klinikbesuchs mit 50/20 zweimal täglich begonnen, während das bisherige Antipsychotikum entsprechend seiner pharmakologischen Klasse ausgeschlichen wird. Die in der Tabelle dargestellten Empfehlungen zeigen die empfohlene Ausschleichstrategie für die sogenannten -pine-, -don- und -pip-Familien.
Referenzen:
  • Melnick, I., Crown, E. C., Zinzuvadia, M., & Halassa, M. M. (2025). Real-world implementation of xanomeline-trospium in schizophrenia: A consensus panel report. Journal of Clinical Psychiatry, 86(4), Article hxtachi2509. https://doi.org/10.4088/JCP.hxtachi2509
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Nun zur Cobenfy-Titration und praktischen Hinweisen. Im ambulanten Setting beginnen wir mit 50/20 zweimal täglich für zwei Wochen, mit einer Verlaufskontrolle am Ende von Woche 2. Bei guter Verträglichkeit kann die Dosis in Woche 3 bis 4 auf 100/20 zweimal täglich erhöht werden, und ab Woche 4 oder später – sofern klinisch indiziert – auf die Maximaldosis von 125/30 zweimal täglich. Während sich die meisten Patienten auf 100/20 oder 125/30 stabilisieren, kommen einige Patienten auch mit der Startdosis gut zurecht. Im stationären Setting kann die Eskalation auf 100/20 oder 125/30 bereits an Tag 2 oder 3 des Krankenhausaufenthalts erfolgen, ähnlich wie im EMERGENT-Studienprotokoll.
Referenzen:
  • Kaul, I., Sawchak, S., Correll, C. U., Krystal, J. H., Miller, A. C., Paul, S. M., & Brannan, S. K. (2024). Efficacy and safety of the muscarinic receptor agonist KarXT (EMERGENT-2) in schizophrenia: A randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. The Lancet, 403(10422), 160–170. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(23)02190-6
  • Melnick, I., Crown, E. C., Zinzuvadia, M., & Halassa, M. M. (2025). Real-world implementation of xanomeline-trospium in schizophrenia: A consensus panel report. Journal of Clinical Psychiatry, 86(4), Article hxtachi2509. https://doi.org/10.4088/JCP.hxtachi2509

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Cobenfy sollte auf nüchternen Magen eingenommen werden, da Nahrung die Trospium-Resorption beeinträchtigt und die Wahrscheinlichkeit gastrointestinaler Nebenwirkungen erhöht. Zu Beginn der Cobenfy-Therapie kann eine 14-tägige Versorgung mit Ondansetron 4 mg mitverordnet werden, mit der Anweisung, es 30 Minuten nach der Einnahme zu nehmen, falls Symptome anhalten. Selbstverständlich sollten andere Dopaminantagonisten und Antiemetika wie Metoclopramid vermieden werden.
Referenzen:
  • Bristol-Myers Squibb Company. (2026). Cobenfy (xanomeline and trospium chloride) capsules [Package insert]. DailyMed, U.S. National Library of Medicine. https://tinyurl.com/36tpjtey
  • Coates, A. (2026). Cobenfy (xanomeline–trospium chloride) for schizophrenia: A clinical update. Australasian Psychiatry. Advance online publication. https://doi.org/10.1177/10398562261486319
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Im Hinblick auf das Überwachungsfenster zeigt die Pharmakovigilanz nach Markteinführung, dass 87 % der unerwünschten Ereignisse innerhalb von 30 Tagen nach Beginn der Cobenfy-Therapie auftraten, mit einem medianen Beginn von knapp unter sieben Tagen. Der Kreuztitrierungszeitraum ist damit zugleich das Fenster für unerwünschte Ereignisse. Im Vergleich zu Olanzapin zeigt Cobenfy geringere Meldesignale für metabolische Störungen und extrapyramidale Symptome, jedoch höhere Signale für gastrointestinale und autonome Ereignisse. Wichtig ist dabei der Hinweis, dass diese Disproportionalitätsanalysen Meldesignale abbilden, nicht die tatsächliche Inzidenz dieser Nebenwirkungen.
Referenzen:
  • Zeng, Y., Wang, X., Wu, H., Tan, X., Wang, R., Liu, Y., & Duan, J. (2026). Post-marketing safety surveillance of the novel muscarinic antipsychotic Xanomeline-Trospium for schizophrenia: A comparative disproportionality analysis against olanzapine based on FAERS data. Psychiatry Research, 364, Article 117270. https://doi.org/10.1016/j.psychres.2026.117270

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Bei Patienten unter Erhaltungstherapie mit einem Depot-Antipsychotikum (LAI) empfiehlt das Panel, Cobenfy gleichzeitig mit dem LAI zu beginnen, anstatt das Depot abzusetzen. Wenn sich die Symptome nach Erreichen der Erhaltungsdosis von Cobenfy verbessern, kann eine Dosisreduktion des LAI im Rahmen einer gemeinsamen Entscheidungsfindung erwogen werden. Die Panelisten schätzen, dass bis zu 50 % dieser Patienten mit Cobenfy 100/20 plus einer niedrigen Dosis eines atypischen Antipsychotikums gut eingestellt sind. Mit anderen Worten: Cobenfy kann antipsychotikasparend wirken und die kumulative D2-Blockade reduzieren – was für die metabolische Belastung sowie das Risiko für extrapyramidale Symptome und Spätdyskinesien relevant ist. Diese Schätzung basiert jedoch auf der klinischen Erfahrung der Panelisten, nicht auf Studiendaten.
Referenzen:
  • Melnick, I., Crown, E. C., Zinzuvadia, M., & Halassa, M. M. (2025). Real-world implementation of xanomeline-trospium in schizophrenia: A consensus panel report. Journal of Clinical Psychiatry, 86(4), Article hxtachi2509. https://doi.org/10.4088/JCP.hxtachi2509
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Hier sind die wichtigsten Punkte dieses Abschnitts. Cobenfy ist eine neu zugelassene Monotherapie bei Schizophrenie mit einem einzigartigen Wirkmechanismus. Die Studien setzten jedoch voraus, dass die Teilnehmer ihr bisheriges Antipsychotikum zunächst ausschlichen. Bei der Umstellung auf Cobenfy ist eine klinisch begleitete Kreuztitrierung einem abrupten Absetzen des bisherigen Antipsychotikums klar vorzuziehen. Es gibt keine publizierten Daten zur Rückumstellung von Cobenfy auf konventionelle D2-Rezeptor-antagonisierende Antipsychotika.

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Cobenfy sollte auf nüchternen Magen eingenommen werden, um gastrointestinale Nebenwirkungen zu reduzieren. Die anticholinerge Belastung ist bei der Behandlung mit Cobenfy besonders relevant. Bei Patienten unter einer Erhaltungsdosis eines Depot-Antipsychotikums sollte Cobenfy gleichzeitig mit dem Depot begonnen werden, anstatt das Depot abzusetzen.
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Lernziele

Nach Abschluss dieser Aktivität ist der Teilnehmer in der Lage:

  1. Die Indikationen für eine Umstellung von Antipsychotika sowie die klinischen Szenarien zu benennen, in denen eine Umstellung nicht ratsam ist, nachdem Adhärenz, Dosis, Behandlungsdauer und Diagnose überprüft wurden.
  2. Eine geeignete Umstellungsstrategie (abrupte Umstellung, Cross-Taper, Taper oder Plateau-Cross-Taper) für Übergänge zwischen oralen Wirkstoffen, oralen und Depot-Formulierungen (Long-Acting Injectable), Clozapin und Xanomelin-Trospium auszuwählen.
  3. Umstellungsbedingte Nebenwirkungen – einschließlich Absetzdyskinesie, cholinerger Reboundsymptomatik, Reboundinsomnie, Akathisie sowie Veränderungen von Prolaktin und Stoffwechselparametern – anhand der Rezeptorbindungsprofile von Antipsychotika zu antizipieren und zu behandeln.

Aktivität

Ursprüngliches Veröffentlichungsdatum: 30. Oktober 2026
Ablaufdatum: 30. Oktober 2029
Experte: Brian Miller, M.D., Ph.D., M.P.H.
Medizinischer Redakteur: Tomás Abudarham, M.D.

Offenlegung relevanter finanzieller Beziehungen:

Brian Miller, M.D., Ph.D., M.P.H. legt die folgenden Beziehungen offen:
– Augusta University: Research support
– Bia-Echo Foundation: Research support
– Bristol-Myers Squibb: Consultant
– Psychiatric Times: Honoraria

Alle oben aufgeführten relevanten finanziellen Beziehungen wurden von Medical Academy und dem Psychopharmacology Institute mitigiert.

Keiner der übrigen Experten, Planer und Gutachter dieser Bildungsaktivität hat für die letzten 24 Monate relevante finanzielle Beziehungen zu nicht teilnahmeberechtigten Unternehmen offenzulegen, deren Hauptgeschäft in der Herstellung, Vermarktung, dem Verkauf, Weiterverkauf oder Vertrieb von Gesundheitsprodukten besteht, die von oder an Patienten verwendet werden.

Anleitung für Teilnahme und Credit

Die Teilnehmer müssen die Aktivität online innerhalb des oben angegebenen Gültigkeitszeitraums des Credits abschließen.
Befolgen Sie diese Schritte, um CME-Credit zu erhalten:

  1. Sehen Sie sich die erforderlichen Bildungsinhalte auf dieser Kursseite an.
  2. Füllen Sie die Evaluation nach der Aktivität aus, um das für die fortlaufende Akkreditierung und die Entwicklung künftiger Aktivitäten erforderliche Feedback zu geben. HINWEIS: Das Ausfüllen der Evaluation nach dem Quiz ist Voraussetzung für den Erhalt des erworbenen Credits.
  3. Laden Sie Ihr Zertifikat herunter.

Bitte beachten Sie, dass die Abschlussdaten der CME- und SA-CME-Zertifikate in UTC erfasst werden. Je nach Ihrer lokalen Zeitzone können spät am Tag abgeschlossene Aktivitäten auf Ihrem Zertifikat mit dem Datum des Folgetages erscheinen.

Kontaktinformationen: Bei Fragen zum Inhalt oder zum Zugang zu dieser Aktivität kontaktieren Sie uns unter support@psychopharmacologyinstitute.com

Akkreditierung

Ärzte

Accreditation Statement:
This activity has been planned and implemented in accordance with the accreditation requirements and policies of the Accreditation Council for Continuing Medical Education through the joint providership of Medical Academy LLC and the Psychopharmacology Institute. Medical Academy is accredited by the ACCME to provide continuing medical education for physicians.

Akkreditierungserklärung (Referenzübersetzung): Diese Aktivität wurde in Übereinstimmung mit den Akkreditierungsanforderungen und -richtlinien des Accreditation Council for Continuing Medical Education im Rahmen der gemeinsamen Trägerschaft von Medical Academy LLC und dem Psychopharmacology Institute geplant und durchgeführt. Medical Academy ist vom ACCME akkreditiert, ärztliche Fortbildung anzubieten.

Credit Designation Statement:
Medical Academy designates this enduring activity for a maximum of 1.5 AMA PRA Category 1 credit(s)™. Physicians should claim only the credit commensurate with the extent of their participation in the activity.

Erklärung zur Credit-Vergabe (Referenzübersetzung): Medical Academy weist dieser dauerhaften Aktivität maximal 1.5 AMA PRA Category 1 credit(s)™ zu. Ärzte sollten nur den Credit geltend machen, der dem Umfang ihrer Teilnahme an der Aktivität entspricht.

Pflegefachpersonen — Die ANCC erkennt AMA PRA Category 1 Credit(s)™ als Kontaktstunden an, nach folgender Umrechnung: 1 CME = 1 Kontaktstunde. Alle unsere Inhalte betreffen die Psychopharmakologie, daher entsprechen die auf Ihrem Zertifikat ausgewiesenen Pharmakologiestunden den für diese Aktivität vergebenen Credits. Das Zertifikat weist sie in einer eigenen Zeile aus, getrennt von der Erklärung zur Credit-Vergabe. Dies gilt auch für die APRN-Pharmakologie-Erneuerung. Pflegekammern definieren Pharmakologie-CE auf ihre eigene Weise; bitte bestätigen Sie daher bei Ihrer Kammer, dass dies die Dokumentation ist, die sie erwarten.

Physician assistants — Die NCCPA akzeptiert AMA PRA Category 1 Credit™ von durch die ACCME akkreditierten Anbietern für die Aufrechterhaltung der PA-Zertifizierung. Die Anforderungen werden von der NCCPA festgelegt; bitte erkundigen Sie sich dort, was Ihr aktueller Zyklus voraussetzt.

Ärzte außerhalb der Vereinigten Staaten — AMA PRA Category 1 Credit™ können Ärzten unabhängig davon zuerkannt werden, in welchem Land sie zur Berufsausübung zugelassen sind. Ärzte, die AMA PRA Category 1 Credit™ in CME-Credits des UEMS-European Accreditation Council for Continuing Medical Education (ECMEC®s) umwandeln möchten, wenden sich an die UEMS unter mutualrecognition@uems.eu. Ob diese Credits auf eine nationale Fortbildungspflicht angerechnet werden, entscheidet die zuständige Stelle des jeweiligen Landes.

Offenlegung zum Einsatz künstlicher Intelligenz (KI)

Bei der Entwicklung dieser Aktivität können in begrenzten Phasen Werkzeuge der künstlichen Intelligenz (KI) eingesetzt worden sein (z. B. Entwurf oder sprachliche Überarbeitung). Das konkrete Werkzeug, die Version und das Nutzungsdatum sind intern dokumentiert. KI wird ausschließlich als redaktionelles Hilfsmittel eingesetzt und ersetzt keine menschliche Fachkompetenz. KI bestimmt keine klinischen Empfehlungen. Alle Inhalte werden von den genannten Experten und medizinischen Redakteuren geprüft, verifiziert und freigegeben und spiegeln ein unabhängiges menschliches klinisches Urteil wider, im Einklang mit den ACCME Standards for Integrity and Independence in Accredited Continuing Education.

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