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02. Bulimia Nervosa: Wirksame Pharmakotherapie

Veröffentlicht am 1. April 2025 Ablaufdatum der Zertifizierung: 1. April 2028 DOI: 10.64239/PI-DE-VL8102

Scott Crow, M.D.

Adjunct Professor of Psychiatry - University of Minnesota

Kernpunkte

  • SSRIs, insbesondere Fluoxetin, sind Erstlinienmedikamente bei Bulimia Nervosa. Höhere Dosen (60–80 mg Fluoxetin) sind wirksamer als niedrigere Dosen.
  • Bei der Behandlung der Bulimia Nervosa sollte der Einsatz von Citalopram (aufgrund von Dosisbeschränkungen) und Paroxetin (aufgrund des Risikos einer Gewichtszunahme) kritisch abgewogen werden.
  • Bupropion sollte bei Bulimia Nervosa aufgrund des erheblichen Krampfanfallrisikos vermieden werden (in einer 8-wöchigen Studie erlitten 6 % der Patienten tonisch-klonische Anfälle).

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Folien und Transkript

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Lassen Sie uns nun über Medikamente zur Behandlung der Bulimia nervosa sprechen.
Referenzen:
  • Scott Crow, M.D.

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Die ersten Untersuchungen zu Medikamenten für die Behandlung von Bulimia nervosa betrafen Antidepressiva. Es begann mit der Verwendung von trizyklischen Antidepressiva und MAO-Inhibitoren und ging dann zu SSRI über. Die große Vielfalt an Medikamenten, die für Depressionen verfügbar sind, wurde bei der Behandlung von Bulimia nervosa erprobt. Allgemein betrachtet wirken Antidepressiva bei der Behandlung von Bulimia nervosa. Ihre Wirkung hängt nicht vom Vorhandensein depressiver Symptome oder einer Diagnose einer schweren Depression ab.
Referenzen:
  • Yu, S., Zhang, Y., Shen, C., Zhang, Y., Zhu, J., Hu, M., Zhu, Q., & Chen, K. (2023). Efficacy of pharmacotherapies for bulimia nervosa: A systematic review and meta-analysis. BMC Pharmacology and Toxicology, 24(1), 72. https://doi.org/10.1186/s40360-023-00713-7
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Wir betrachten SSRI als den Goldstandard bei Medikamenten für Bulimia nervosa. SSRI werden häufig bei der Behandlung von Bulimia nervosa eingesetzt. Das am besten untersuchte Medikament mit den größten Studien ist Fluoxetin, und tatsächlich hat Fluoxetin aufgrund dieser Studien eine FDA-Zulassung für die Behandlung von Patienten mit Bulimia nervosa.
Referenzen:
  • Yu, S., Zhang, Y., Shen, C., Zhang, Y., Zhu, J., Hu, M., Zhu, Q., & Chen, K. (2023). Efficacy of pharmacotherapies for bulimia nervosa: A systematic review and meta-analysis. BMC Pharmacology and Toxicology, 24(1), 72. https://doi.org/10.1186/s40360-023-00713-7
  • Fluoxetine Bulimia Nervosa Collaborative Study Group. (1992). Fluoxetine in the treatment of bulimia nervosa. A multicenter, placebo-controlled, double-blind trial. Archives of General Psychiatry, 49(2), 139–147. https://doi.org/10.1001/archpsyc.1992.01820020059008

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Eine der großen Studien lieferte uns einen sehr wichtigen Befund: Hohe Dosen wirken deutlich besser als niedrigere Dosen. In dieser Studie wurden 60 mg Fluoxetin, 20 mg Fluoxetin und Placebo verglichen. 60 mg war deutlich besser als 20 mg. Und 20 mg war kaum besser als Placebo. Dies führte dazu, dass wir Fluoxetin für die Behandlung von Bulimia nervosa in Dosen über 20 mg einsetzen. Es ist sehr üblich, auf 60 oder 80 mg pro Tag zu kommen. Wenn jemand mit dem Medikament beginnt und gut darauf anspricht, würden wir die Dosis nicht unbedingt über den Punkt hinaus erhöhen, an dem sie gut wirkt. Aber es ist definitiv ein Bereich, in dem die meisten von uns die Dosierung schneller steigern würden als bei der Behandlung von Stimmungsstörungen oder Angststörungen.
Referenzen:
  • Yu, S., Zhang, Y., Shen, C., Zhang, Y., Zhu, J., Hu, M., Zhu, Q., & Chen, K. (2023). Efficacy of pharmacotherapies for bulimia nervosa: A systematic review and meta-analysis. BMC Pharmacology and Toxicology, 24(1), 72. https://doi.org/10.1186/s40360-023-00713-7
  • Fluoxetine Bulimia Nervosa Collaborative Study Group. (1992). Fluoxetine in the treatment of bulimia nervosa. A multicenter, placebo-controlled, double-blind trial. Archives of General Psychiatry, 49(2), 139–147. https://doi.org/10.1001/archpsyc.1992.01820020059008
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Diese Tendenz, die besten Ergebnisse mit hohen Dosen zu erzielen, scheint allgemein für SSRI zu gelten. Dies scheint für Sertralin, Citalopram, Escitalopram und Paroxetin zuzutreffen. Es gibt jedoch einige wichtige Einschränkungen. Die erste betrifft Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen von Citalopram auf die Herzleitfähigkeit, was die verwendbare Dosis begrenzt. Oft hat man den Eindruck, dass die für Citalopram empfohlene Dosis wahrscheinlich niedriger ist als die, die für viele Menschen bei der Behandlung von Bulimia nervosa am wirksamsten wäre. Daher wird dieses Medikament nicht so häufig eingesetzt.
Referenzen:
  • Yu, S., Zhang, Y., Shen, C., Zhang, Y., Zhu, J., Hu, M., Zhu, Q., & Chen, K. (2023). Efficacy of pharmacotherapies for bulimia nervosa: A systematic review and meta-analysis. BMC Pharmacology and Toxicology, 24(1), 72. https://doi.org/10.1186/s40360-023-00713-7
  • Crow, S. J. (2019). Pharmacologic treatment of eating disorders. The Psychiatric Clinics of North America, 42(2), 253-262. https://doi.org/10.1016/j.psc.2019.01.007

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Paroxetin wird ebenfalls nicht so häufig verwendet, weil allgemein angenommen wird, dass damit ein höheres Risiko für Gewichtszunahme verbunden sein könnte als bei anderen SSRI. Dies führt uns hauptsächlich zur Verwendung von Fluoxetin.
Referenzen:
  • Israël, M. (2002). Should some drugs be avoided when treating bulimia nervosa? Journal of Psychiatry and Neuroscience, 27(6), 457.
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Im Allgemeinen sind auch andere Antidepressiva wirksam. SSNRI werden häufig eingesetzt. Relativ höhere Dosen sind sinnvoll. Es ist erwähnenswert, dass trizyklische Antidepressiva in der Literatur gut belegt sind. Sie werden heutzutage allgemein und auch bei der Behandlung von Bulimia nervosa nur selten eingesetzt. MAOI, also MAO-Inhibitoren, haben in Studien ebenfalls gute Wirksamkeit gezeigt, würden aber derzeit nur selten eingesetzt werden.
Referenzen:
  • Yu, S., Zhang, Y., Shen, C., Zhang, Y., Zhu, J., Hu, M., Zhu, Q., & Chen, K. (2023). Efficacy of pharmacotherapies for bulimia nervosa: A systematic review and meta-analysis. BMC Pharmacology and Toxicology, 24(1), 72. https://doi.org/10.1186/s40360-023-00713-7

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Dann ist es wichtig, über Bupropion zu sprechen. Bupropion wurde in der Behandlung von Bulimia nervosa untersucht. Es gab eine mittelgroße, kurzfristige Studie über acht Wochen. Diese Studie war placebokontrolliert, und was geschah, war, dass bei diesen Teilnehmern mit Bulimia nervosa etwas unter 6% während der achtwöchigen Studie einen tonisch-klonischen Anfall erlitten. Dies war einer der ersten Hinweise auf das Anfallsrisiko bei diesem Medikament. Es ist bemerkenswert, dass dies eine sehr kurze Studie war und dennoch ein ziemlich ausgeprägter Effekt auftrat. Das ist also ein wichtiger Punkt, den man über die Behandlung von Bulimia nervosa mit Medikamenten wissen sollte. Es ist wichtig, Bupropion in dieser Situation zu vermeiden. Im Bereich der Essstörungen verwenden wir aufgrund dieser Bedenken generell sehr wenig Bupropion.
Referenzen:
  • Horne, R. L., Ferguson, J. M., Pope, H. G., Jr., Hudson, J. I., Lineberry, C. G., Ascher, J., & Cato, A. (1988). Treatment of bulimia with bupropion: a multicenter controlled trial. The Journal of Clinical Psychiatry, 49(7), 262–266.
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Ich möchte auch darauf hinweisen, dass es begrenzte Literatur gibt, die Topiramat und Opioid-Antagonisten unterstützt. Diese sind im Allgemeinen Mittel der dritten und vierten Wahl. Besonders bei Topiramat sehen wir oft einen gewissen Gewichtsverlust, was bei Patienten mit Binge-Eating-Störung ein erwünschter Effekt sein kann, aber bei der Behandlung von Bulimia nervosa typischerweise nicht erwünscht ist. Das führt uns oft dazu, es zu vermeiden.
Referenzen:
  • Yu, S., Zhang, Y., Shen, C., Zhang, Y., Zhu, J., Hu, M., Zhu, Q., & Chen, K. (2023). Efficacy of pharmacotherapies for bulimia nervosa: A systematic review and meta-analysis. BMC Pharmacology and Toxicology, 24(1), 72. https://doi.org/10.1186/s40360-023-00713-7

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Die wichtigsten Punkte für diesen Abschnitt sind also: Erstens, dass Antidepressiva im Allgemeinen hilfreich sind. Zweitens, dass SSRI und insbesondere Fluoxetin die erste Wahl sind, teilweise weil die Datenlage für Fluoxetin in der Literatur am stärksten ist. Diese Daten zeigen deutlich, dass hohe Dosen wie 60 mg pro Tag tendenziell wirksamer sind als 20 mg, und der entsprechende Effekt scheint auch bei anderen SSRI und wahrscheinlich SSNRI aufzutreten.
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Ich möchte nochmals betonen, dass Bupropion wegen des Anfallsrisikos vermieden werden sollte. Abschließend möchte ich kurz erwähnen, dass die Studien oft kurzfristige Studien von 6, 8, 10, vielleicht 12 Wochen sind, was nicht wirklich die klinische Realität widerspiegelt. Die klinische Realität in Bezug auf die Dauer, für die wir diese Medikamente verschreiben würden, liegt idealerweise bei mindestens Monaten, wenn nicht sogar einigen Jahren.

Lernziele:
Nach Abschluss dieser Aktivität ist der Teilnehmer in der Lage:

  • Geeignete Indikationen für den Einsatz von Medikamenten bei Essstörungen zu identifizieren.
  • Eine geeignete Erstlinien-Pharmakotherapie bei Bulimia nervosa auszuwählen.
  • Evidenzbasierte medikamentöse Strategien für verschiedene Essstörungstypen anzuwenden.

Ursprüngliches Veröffentlichungsdatum: 1. April 2025
Ablaufdatum: 1. April 2028

Referent: Scott Crow, M.D.
Medizinischer Redakteur: Flavio Guzmán, M.D.

Offenlegung relevanter finanzieller Beziehungen:

Keiner der Referenten, Planer und Gutachter dieser Bildungsaktivität hat für die letzten 24 Monate relevante finanzielle Beziehungen zu nicht teilnahmeberechtigten Unternehmen offenzulegen, deren Hauptgeschäft in der Herstellung, Vermarktung, dem Verkauf, Weiterverkauf oder Vertrieb von Gesundheitsprodukten besteht, die von oder an Patienten verwendet werden.

Kontaktinformationen: Bei Fragen zum Inhalt oder zum Zugang zu dieser Aktivität kontaktieren Sie uns unter support@psychopharmacologyinstitute.com

Anleitung für Teilnahme und Credit:
Die Teilnehmer müssen die Aktivität online innerhalb des oben angegebenen Gültigkeitszeitraums des Credits abschließen.

Befolgen Sie diese Schritte, um CME-Credit zu erhalten:

  1. Sehen Sie sich die erforderlichen Bildungsinhalte auf dieser Kursseite an.
  2. Füllen Sie die Evaluation nach der Aktivität aus, um das für die fortlaufende Akkreditierung und die Entwicklung künftiger Aktivitäten erforderliche Feedback zu geben. HINWEIS: Das Ausfüllen der Evaluation nach dem Quiz ist Voraussetzung für den Erhalt des erworbenen Credits.
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Bitte beachten Sie, dass die Abschlussdaten der CME- und SA-CME-Zertifikate in UTC erfasst werden. Je nach Ihrer lokalen Zeitzone können spät am Tag abgeschlossene Aktivitäten auf Ihrem Zertifikat mit dem Datum des Folgetages erscheinen.

Accreditation Statement:
This activity has been planned and implemented in accordance with the accreditation requirements and policies of the Accreditation Council for Continuing Medical Education through the joint providership of Medical Academy LLC and the Psychopharmacology Institute. Medical Academy is accredited by the ACCME to provide continuing medical education for physicians.

Akkreditierungserklärung (Referenzübersetzung): Diese Aktivität wurde in Übereinstimmung mit den Akkreditierungsanforderungen und -richtlinien des Accreditation Council for Continuing Medical Education im Rahmen der gemeinsamen Trägerschaft von Medical Academy LLC und dem Psychopharmacology Institute geplant und durchgeführt. Medical Academy ist vom ACCME akkreditiert, ärztliche Fortbildung anzubieten.

Credit Designation Statement:
Medical Academy designates this enduring activity for a maximum of 0.75 AMA PRA Category 1 credit(s)™. Physicians should claim only the credit commensurate with the extent of their participation in the activity.

Erklärung zur Credit-Vergabe (Referenzübersetzung): Medical Academy weist dieser dauerhaften Aktivität maximal 0.75 AMA PRA Category 1 credit(s)™ zu. Ärzte sollten nur den Credit geltend machen, der dem Umfang ihrer Teilnahme an der Aktivität entspricht.

Die ANCC erkennt AMA PRA Category 1 Credit(s)™ als Kontaktstunden an, nach folgender Umrechnung: 1 CME = 1 Kontaktstunde. Alle unsere Inhalte betreffen die Psychopharmakologie, daher entsprechen die auf Ihrem Zertifikat ausgewiesenen Pharmakologiestunden den für diese Aktivität vergebenen Credits. Das Zertifikat weist sie in einer eigenen Zeile aus, getrennt von der Erklärung zur Credit-Vergabe.

Offenlegung zum Einsatz künstlicher Intelligenz (KI):
Bei der Entwicklung dieser Aktivität können in begrenzten Phasen Werkzeuge der künstlichen Intelligenz (KI) eingesetzt worden sein (z. B. Entwurf oder sprachliche Überarbeitung). Das konkrete Werkzeug, die Version und das Nutzungsdatum sind intern dokumentiert.
KI bestimmt keine klinischen Empfehlungen. Alle Inhalte werden von den genannten Referenten und medizinischen Redakteuren geprüft, verifiziert und freigegeben und spiegeln ein unabhängiges menschliches klinisches Urteil wider, im Einklang mit den ACCME Standards for Integrity and Independence in Accredited Continuing Education.

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