Folien und Transkript
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Lassen Sie uns nun über Medikamente zur Behandlung der Bulimia nervosa sprechen.
Referenzen:
- Scott Crow, M.D.
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Die ersten Untersuchungen zu Medikamenten für die Behandlung von Bulimia nervosa betrafen Antidepressiva. Es begann mit der Verwendung von trizyklischen Antidepressiva und MAO-Inhibitoren und ging dann zu SSRI über. Die große Vielfalt an Medikamenten, die für Depressionen verfügbar sind, wurde bei der Behandlung von Bulimia nervosa erprobt. Allgemein betrachtet wirken Antidepressiva bei der Behandlung von Bulimia nervosa. Ihre Wirkung hängt nicht vom Vorhandensein depressiver Symptome oder einer Diagnose einer schweren Depression ab.
Referenzen:
- Yu, S., Zhang, Y., Shen, C., Zhang, Y., Zhu, J., Hu, M., Zhu, Q., & Chen, K. (2023). Efficacy of pharmacotherapies for bulimia nervosa: A systematic review and meta-analysis. BMC Pharmacology and Toxicology, 24(1), 72. https://doi.org/10.1186/s40360-023-00713-7
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Wir betrachten SSRI als den Goldstandard bei Medikamenten für Bulimia nervosa. SSRI werden häufig bei der Behandlung von Bulimia nervosa eingesetzt. Das am besten untersuchte Medikament mit den größten Studien ist Fluoxetin, und tatsächlich hat Fluoxetin aufgrund dieser Studien eine FDA-Zulassung für die Behandlung von Patienten mit Bulimia nervosa.
Referenzen:
- Yu, S., Zhang, Y., Shen, C., Zhang, Y., Zhu, J., Hu, M., Zhu, Q., & Chen, K. (2023). Efficacy of pharmacotherapies for bulimia nervosa: A systematic review and meta-analysis. BMC Pharmacology and Toxicology, 24(1), 72. https://doi.org/10.1186/s40360-023-00713-7
- Fluoxetine Bulimia Nervosa Collaborative Study Group. (1992). Fluoxetine in the treatment of bulimia nervosa. A multicenter, placebo-controlled, double-blind trial. Archives of General Psychiatry, 49(2), 139–147. https://doi.org/10.1001/archpsyc.1992.01820020059008
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Eine der großen Studien lieferte uns einen sehr wichtigen Befund: Hohe Dosen wirken deutlich besser als niedrigere Dosen. In dieser Studie wurden 60 mg Fluoxetin, 20 mg Fluoxetin und Placebo verglichen. 60 mg war deutlich besser als 20 mg. Und 20 mg war kaum besser als Placebo. Dies führte dazu, dass wir Fluoxetin für die Behandlung von Bulimia nervosa in Dosen über 20 mg einsetzen. Es ist sehr üblich, auf 60 oder 80 mg pro Tag zu kommen. Wenn jemand mit dem Medikament beginnt und gut darauf anspricht, würden wir die Dosis nicht unbedingt über den Punkt hinaus erhöhen, an dem sie gut wirkt. Aber es ist definitiv ein Bereich, in dem die meisten von uns die Dosierung schneller steigern würden als bei der Behandlung von Stimmungsstörungen oder Angststörungen.
Referenzen:
- Yu, S., Zhang, Y., Shen, C., Zhang, Y., Zhu, J., Hu, M., Zhu, Q., & Chen, K. (2023). Efficacy of pharmacotherapies for bulimia nervosa: A systematic review and meta-analysis. BMC Pharmacology and Toxicology, 24(1), 72. https://doi.org/10.1186/s40360-023-00713-7
- Fluoxetine Bulimia Nervosa Collaborative Study Group. (1992). Fluoxetine in the treatment of bulimia nervosa. A multicenter, placebo-controlled, double-blind trial. Archives of General Psychiatry, 49(2), 139–147. https://doi.org/10.1001/archpsyc.1992.01820020059008
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Diese Tendenz, die besten Ergebnisse mit hohen Dosen zu erzielen, scheint allgemein für SSRI zu gelten. Dies scheint für Sertralin, Citalopram, Escitalopram und Paroxetin zuzutreffen. Es gibt jedoch einige wichtige Einschränkungen. Die erste betrifft Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen von Citalopram auf die Herzleitfähigkeit, was die verwendbare Dosis begrenzt. Oft hat man den Eindruck, dass die für Citalopram empfohlene Dosis wahrscheinlich niedriger ist als die, die für viele Menschen bei der Behandlung von Bulimia nervosa am wirksamsten wäre. Daher wird dieses Medikament nicht so häufig eingesetzt.
Referenzen:
- Yu, S., Zhang, Y., Shen, C., Zhang, Y., Zhu, J., Hu, M., Zhu, Q., & Chen, K. (2023). Efficacy of pharmacotherapies for bulimia nervosa: A systematic review and meta-analysis. BMC Pharmacology and Toxicology, 24(1), 72. https://doi.org/10.1186/s40360-023-00713-7
- Crow, S. J. (2019). Pharmacologic treatment of eating disorders. The Psychiatric Clinics of North America, 42(2), 253-262. https://doi.org/10.1016/j.psc.2019.01.007
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Paroxetin wird ebenfalls nicht so häufig verwendet, weil allgemein angenommen wird, dass damit ein höheres Risiko für Gewichtszunahme verbunden sein könnte als bei anderen SSRI. Dies führt uns hauptsächlich zur Verwendung von Fluoxetin.
Referenzen:
- Israël, M. (2002). Should some drugs be avoided when treating bulimia nervosa? Journal of Psychiatry and Neuroscience, 27(6), 457.
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Im Allgemeinen sind auch andere Antidepressiva wirksam. SSNRI werden häufig eingesetzt. Relativ höhere Dosen sind sinnvoll. Es ist erwähnenswert, dass trizyklische Antidepressiva in der Literatur gut belegt sind. Sie werden heutzutage allgemein und auch bei der Behandlung von Bulimia nervosa nur selten eingesetzt. MAOI, also MAO-Inhibitoren, haben in Studien ebenfalls gute Wirksamkeit gezeigt, würden aber derzeit nur selten eingesetzt werden.
Referenzen:
- Yu, S., Zhang, Y., Shen, C., Zhang, Y., Zhu, J., Hu, M., Zhu, Q., & Chen, K. (2023). Efficacy of pharmacotherapies for bulimia nervosa: A systematic review and meta-analysis. BMC Pharmacology and Toxicology, 24(1), 72. https://doi.org/10.1186/s40360-023-00713-7
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Dann ist es wichtig, über Bupropion zu sprechen. Bupropion wurde in der Behandlung von Bulimia nervosa untersucht. Es gab eine mittelgroße, kurzfristige Studie über acht Wochen. Diese Studie war placebokontrolliert, und was geschah, war, dass bei diesen Teilnehmern mit Bulimia nervosa etwas unter 6% während der achtwöchigen Studie einen tonisch-klonischen Anfall erlitten. Dies war einer der ersten Hinweise auf das Anfallsrisiko bei diesem Medikament. Es ist bemerkenswert, dass dies eine sehr kurze Studie war und dennoch ein ziemlich ausgeprägter Effekt auftrat. Das ist also ein wichtiger Punkt, den man über die Behandlung von Bulimia nervosa mit Medikamenten wissen sollte. Es ist wichtig, Bupropion in dieser Situation zu vermeiden. Im Bereich der Essstörungen verwenden wir aufgrund dieser Bedenken generell sehr wenig Bupropion.
Referenzen:
- Horne, R. L., Ferguson, J. M., Pope, H. G., Jr., Hudson, J. I., Lineberry, C. G., Ascher, J., & Cato, A. (1988). Treatment of bulimia with bupropion: a multicenter controlled trial. The Journal of Clinical Psychiatry, 49(7), 262–266.
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Ich möchte auch darauf hinweisen, dass es begrenzte Literatur gibt, die Topiramat und Opioid-Antagonisten unterstützt. Diese sind im Allgemeinen Mittel der dritten und vierten Wahl. Besonders bei Topiramat sehen wir oft einen gewissen Gewichtsverlust, was bei Patienten mit Binge-Eating-Störung ein erwünschter Effekt sein kann, aber bei der Behandlung von Bulimia nervosa typischerweise nicht erwünscht ist. Das führt uns oft dazu, es zu vermeiden.
Referenzen:
- Yu, S., Zhang, Y., Shen, C., Zhang, Y., Zhu, J., Hu, M., Zhu, Q., & Chen, K. (2023). Efficacy of pharmacotherapies for bulimia nervosa: A systematic review and meta-analysis. BMC Pharmacology and Toxicology, 24(1), 72. https://doi.org/10.1186/s40360-023-00713-7
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Die wichtigsten Punkte für diesen Abschnitt sind also: Erstens, dass Antidepressiva im Allgemeinen hilfreich sind. Zweitens, dass SSRI und insbesondere Fluoxetin die erste Wahl sind, teilweise weil die Datenlage für Fluoxetin in der Literatur am stärksten ist. Diese Daten zeigen deutlich, dass hohe Dosen wie 60 mg pro Tag tendenziell wirksamer sind als 20 mg, und der entsprechende Effekt scheint auch bei anderen SSRI und wahrscheinlich SSNRI aufzutreten.
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Ich möchte nochmals betonen, dass Bupropion wegen des Anfallsrisikos vermieden werden sollte. Abschließend möchte ich kurz erwähnen, dass die Studien oft kurzfristige Studien von 6, 8, 10, vielleicht 12 Wochen sind, was nicht wirklich die klinische Realität widerspiegelt. Die klinische Realität in Bezug auf die Dauer, für die wir diese Medikamente verschreiben würden, liegt idealerweise bei mindestens Monaten, wenn nicht sogar einigen Jahren.
